Nächste Fahrtage

BEF-Jugend in Budapest, Fedecrail-Youthcamp 2015

Unser Verein Berliner Eisenbahnfreunde e.V. ist  Mitglied des Verbandes Deutscher Museums. u. Touristikbahnen VDMT. Dieser gehört der Europäische Föderation der Museums- und Touristikbahnen „Fedecrail“ an. Fedecrail veranstaltet seit 2007 internationale Jugendcamps, zu denen Jugendliche der Mitgliedsvereine zum interkulturellen Austausch von Erfahrungen, bestehend aus Arbeiten bei Museumsbahnen sowie kulturellen und regionalen Highlights, eingeladen werden.

Im Frühjahr dieses Jahres trat unser Vereinsvorstand mit den Vorschlag an uns heran, uns zum Fedecrail-Youthcamp 2015 in der ungarischen Hauptstadt Budapest anzumelden. Natürlich ließen wir uns beide nicht lange bitten, zumal sich der befreundete Heizer unserer Gastdampflok 131.060 ebenfalls angemeldet hatte. Ende Mai erhielten wir dann alle drei die Einladung zur Teilnahme. Natürlich war schon lange die mögliche Anreise abgecheckt worden, sodass umgehend die Fahrkarten gebucht werden konnten.

Gemeinsam verliessen wir am Freitag, dem 31.Juli standesgemäß mit dem Zug Berlin, um über Prag und Bratislava am Abend in Budapest-Keleti einzufahren. Gut organisiert wurden wir am Bahnsteig erwartet, um dann in der Unterkunft die 17 weiteren Teilnehmer kennenzulernen. Neben zwei weiteren Deutschen von der Jagsttalbahn (ebenfalls ein Geschwisterpaar) waren 2 Briten, 2 Schweden, 2 Italiener, 2 Österreicher, 4 Ukrainer und als besonderer Gast ein US-Amerikaner dabei. Eingerahmt wurde unsere bunte Truppe von 2 Rumäninnen. In einem Altersbereich von 14 bis 24 Jahren klappte die Verständigung über alle Grenzen hinweg auf Englisch und wie so oft mit Händen und Füßen. Untergebracht waren wir in einem gut gepflegten Schlafwagen auf dem Gelände des sehenswerten Budapester Eisenbahnmuseums der MAV Nosztalgia.

Ausgerüstet mit einer Monatskarte der Budapester Verkehrsbetriebe besichtigten wir am ersten Tag Budapest mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, um am zweiten Tag Einblicke in den Betrieb der Kindereisenbahn Budapest zu erhalten. Diese Schmalspurbahn wird während der Sommerferien von Kindern betrieben, ähnlich den Parkeisenbahnen in Berlin, Cottbus usw., allerdings nicht als Rundstrecke, sondern als 11km lange Stichbahn.

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Im Verlauf der Woche haben wir auf dieser Bahn auch einen Arbeitstag abgeleistet. Aufgeteilt in mehrere Gruppen für Zugdienst, Fahrdienst und auch für den Gleisbau wurden wir dann mit dem Personalzug auf unsere Stationen verteilt. Wir hatten das Glück, für den Fahrdienst auf einem Bahnhof eingeteilt worden zu sein – Glück, das die Kollegen von der Gleisbaurotte bei 40 Grad Außentemperatur nicht hatten…. Schon auf der Anreise aus Berlin war uns aufgefallen, dass ab der tschechischen Grenze das Stationspersonal (das gibt es da überall noch!) bei der Durchfahrt unseres Zuges salutierend am Bahnsteig stand. Nun, diese Armhaltung durften wir dann auch üben!

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Im weiteren Verlauf der Woche besuchten wir dann die Waldeisenbahn Kismaros, die aus dem Tal der Donau auf die Hochebene führt. Auch eines der Stellwerke des Budapester Südbahnhof „Deli“, konnten wir im laufenden Betrieb besichtigten. Dort führte uns der Stationsvorsteher auch durch die Lokleitung und stellte uns dem Fahrdienstleiter vor.

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Neben div. Arbeitseinsätzen im Eisenbahnmuseum standen auch immer wieder Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten in Budapest und dem Umland auf dem Plan, wie z.B. das Museum der städtischen Verkehrsbetriebe, der Budapester Zahnradbahn, Werksführung bei einem der führenden Hersteller von Bremssystemen von Schienenfahrzeugen, einer Burg im Donautal usw.. Aber auch die Freizeitbeschäftigung war organisiert,- Höhlenbesichtigung, Baden im Welenzer See und Besuch einer Sommerrodelbahn eingeschlossen.

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Viel zu schnell verging die Woche. Am Abend des 8.Juli wurden uns bei einer festlichen Veranstaltung im Speisewagen von extra angereisten Fedecrail-Vorstandsmitgliedern Teilnahmeurkunden überreicht. An die anschließende Fete dürften sich einige der volljährigen Kollegen nicht mehr vollständig erinnern…

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Am folgenden Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen von Budapest, den anderen Teilnehmern und natürlich von unserem Betreuerteam, das sich alle Mühe gemacht hatte, uns einen interessanten und abwechslungsreichen Aufenthalt zu bieten. An dieser Stelle nochmals einen allerherzlichsten Dank an Eszter, Peter und all die Anderen!
Mit reichlich bahntypischer Verspätung trafen wir dann am Abend des 9. August wieder in Berlin ein,- mit dem Wissen, dass das nächste Treffen voraussichtlich in Deutschland stattfinden wird….

Wir danken den beteiligten Personen für die Zustimmung zur Veröffentlichung der Bilder.