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Die Lokomotiven der C.F.R. Reihe 131

Die Lokomotiven der C.F.R. Reihe 131

Ende der 1930er Jahre suchte die Rumänische Staatsbahn C.F.R. einen Ersatz für die veralteten und leistungsschwachen Lokomotiven der MÁV-Reihen 375-377, die bis dahin in der Region Banat auf den zahlreichen steigungs- und kurvenreichen Strecken im Einsatz waren.

1939 entstand darum unter der Fabriknummer 513 der in Zusammenarbeit von UDR Resita und der C.F.R. entwickelte Prototyp einer 1´C1´ Zweizylinder Heißdampftenderlokomotive mit der Nummer 131.001. Diese vollkommen eigenständige rumänische Konstruktion sollte für den Reisezug sowie für den Güterzugdienst gleichermaßen geeignet sein. Für eine gute Kurvenläufigkeit sahen die Entwickler als Lenkgestelle Adamsachsen mit einem Laufraddurchmesser von 950 mm, für schnelles Anfahren 1200 mm für die drei Kuppel und Treibachsen vor. Der Dampfkessel wurde an preußische Baugrundsätze angelehnt, genietet, mit kupferner Feuerbüchse, Kipprost sowie Schmidtschem Rauchrohrüberhitzer ausgerüstet. Die Kesselsicherheitsventile wurden direkt am Dampfdom angebracht. Gespeist wird der Kessel über zwei Friedmann-Injektoren in einen separaten Speisedom. Die Rostfläche beträgt 2,26 m², die Überhitzerheizfläche 33,6 m², die Heizfläche 87,36 m², der höchst zulässige Kesseldruck beträgt 14 kg/cm². Die Dampfmaschine besitzt zwei Dampfzylinder mit einem Zylinderdurchmesser von 420 mm bei 600 mm Kolbenhub und eine außenliegende Steuerung der Bauart Heusinger. Knorr Druckluftbremse, elektrische Turbobeleuchtung und zwei separate Öler, einer für die Dampfmaschine, einer für das Fahrwerk, runden die gelungene Konstruktion ab. Mit 4 Tonnen Kohle und 7 m³ Wasser sind die Vorräte genügend groß bemessen. Mit 12 Tonnen Achslast ist die 62 Tonnen schwere und knapp 12 Meter lange Lokomotive auch auf Strecken mit schlechtem Oberbau gut einsetzbar. Die Leistung von etwa 630 PS reicht aus, um einen Zug von 455 Tonnen auf einer Steigung mit 10 Promille Steigung noch mit 25 km/h zu befördern. Die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotive beträgt in beiden Fahrtrichtungen 65 km/h.

Da die Test- und Probefahrten zu voller Zufriedenheit verliefen wurde durch die C.F.R. ein Auftrag zum Bau von weiteren 66 Lokomotiven an UDR Resita vergeben. Die 66 Loks wurden dann in den Jahren 1940-1942 von UDR Resita mit den Fabriknummern 553-618 gebaut. Als ab 1953 die ersten Generalreparaturen anstanden, wurden die Lokomotiven noch mit einer Ölzusatzfeuerung ausgerüstet. Dabei wurden die zusätzlichen Ölbehälter auf den seitlichen Wasserkästen untergebracht. Der herkömmliche Brennstoff Kohle verblieb ohne Einschränkungen weiterhin im Kohlekasten hinter dem Führerhaus. Den Bw Arad, Timisoara und Caransebes zugeteilt, wurden die Loks dort bis etwa 1976 eingesetzt und danach von der Dieseltraktion abgelöst. Ab 1980 begann man, die Lokomotiven zu verschrotten. Einige, deren Zustand noch recht ordentlich war, gelangten als Werklokomotiven weiter zum Einsatz, so z.B.131.059 in SIPPL Tg. Secuiesc oder 131.060 in IRMR Grivita in Bukarest.

Museal erhalten sind:

131.001 (513/1939) befindet sich im Bw Arad

131.003 (554/1940) befindet sich im Lokomotiv Museum in Resita

131.040 (591/1941) befindet sich im Bw Arad (vorher in Bw Timisoara-Nord)

131.045 (596/1941) eingesetzt 1985 zur 100 Jahr Feier der Strecke Titu – Tirgoviste.

131.060 (611/1942) eingesetzt in Deutschland

131.063 (614/1942) befindet sich im Bw Caransebes

CFR_131 001_a

MÁV= Magyar Államvasutak = Ungarische Staatsbahn

C.F.R. = Căile Ferate Române = Rumänische Staatsbahn

UDR Resita = Uzinele de Fier si Domeniile Resita = Stahl und Eisenwerke Resita

Textquelle: www.railwayfan.ro, www.dampflokomotiven.net

Bildnachweis: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Ans_05303-006-AL / Public Domain Mark