Nächste Fahrtage

Strecke

 

Seit 1997 führen die Berliner Eisenbahnfreunde einen regelmäßigen Museumsbahnbetrieb auf der alten Stammstrecke der Heidekrautbahn durch. Zwischen Ostern und Oktober sowie an den Adventswochenenden wird die Strecke mindestens einmal im Monat befahren. Auf Grund der erhöhten Waldbrandgefahr in den Sommermonaten kann es zu einem Fahrverbot für unsere Dampflok kommen.

Achten Sie auf Lautsprecherdurchsagen und auf Ihre Kinder.

Steigen Sie unterwegs nicht eigenmächtig aus!

 

Unsere Fahrten beginnen am provisorischen Haltepunkt „Wilhelmsruher Damm“.

Während die Fahrgäste in den Zug einsteigen, wird die Dampflok für die bevorstehende Fahrt vorbereitet. Das Feuer wird „geputzt“ und die Lager und Schmierstellen kontrolliert.

Nachdem der Bahnübergang gesichert und der Zug abgefertigt wurde, beginnt unsere Fahrt auf einer mehr als 100 Jahre alten Streckenführung.

 

Der Haltepunkt, an dem Sie gerade eingestiegen sind, befindet sich auf dem ehemaligen Grenzstreifen, links vom Zug aus gesehen liegt der Bezirk Reinickendorf mit dem Märkischen Viertel.

Diese Großsiedlung ist in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden und bis an die Berliner Mauer herangewachsen. Auf der rechten Seite des Zuges liegt der Bezirk Pankow mit seinem Ortsteil Rosenthal.

 

Nördlich der Quickborner Straße befand sich der ehemalige Bahnhof Berlin-Rosenthal. Auf Grund seiner Lage im Grenzgebiet wurden sämtliche Gebäude nach 1961 abgerissen und eingeebnet. Nur noch wenige Gleisreste erinnern hier an die Bahnhofsanlagen. Von hieraus bestand eine Verbindungskurve zur Industriebahn Tegel – Friedrichsfelde. Vielleicht erkennen Sie bei der Vorbei-fahrt das restliche verklinkerte Brückenwiderlager der abgetragenen Eisenbahnbrücke.

 

Weiter führt unsere Fahrt durch Felder und wir kreuzen den ehemaligen Kolonnenweg der früheren Grenzanlagen. Zur rechten Hand beginnen die Ausläufer des Ortsteils Blankenfelde. Der Berg (85m üNN) auf der linken Seite ist der Freizeitpark Lübars. Er wurde in den 1970er Jahren durch eine zugeschüttete Müllkippe künstlich geschaffen. Jetzt beginnt der Anlauf zum geographischen Höhepunkt der Strecke.

 

Die Steigung (1:100) stellt wegen ihrer Länge von etwa 1300 Metern tatsächlich gewisse Anforderungen an die eingesetzten Triebfahrzeuge. Schließlich wird der Bahnhof Blankenfelde erreicht. Das heute bewohnte Bahnhofsgebäude liegt in Fahrtrichtung auf der rechten Seite. Bis zur Einstellung des Personenverkehrs auf der Stammstrecke der Heidekrautbahn am 23.05.1983 endeten hier die Züge aus Basdorf.

 

Die Fahrt führt uns nun weiter über den Scheitelpunkt der Steigung durch ein langgezogenes Naturschutzgebiet. Dabei passieren wir die einzige Straßenbrücke, die die Heidekrautbahn überspannt.

Mit dem Passieren der Fließtalbrücke verlassen wir Berlin-Pankow und gelangen in den Landkreis Oberhavel im Land Brandenburg. Das Tegeler Fließ entstand am Rande eines Urstromtales in der letzten Eiszeit.

 

Ein freundlicher Schaffner betritt den Wagen und bittet uns jetzt den Fahrpreis zu entrichten. Im Gegenzug erhalten wir eine sogenannte Edmondsonsche Fahrkarte. Dabei handelt es sich um extra für die Museumsfahrten hergestellte Billetts . Natürlich darf das obligatorische „Knipsen“ der Karte mit der Zange nicht fehlen. Und verlieren dürfen wir sie auch nicht, denn wir benötigen sie ja auch noch für die Rückfahrt.

 

Bald danach fahren wir an den ersten Häusern der Ortschaft Schildow vorbei. Zwei kurz hintereinanderliegende Straßenübergänge lassen unsere Fahrt stocken. Alle Bahnübergänge auf der Strecke sind unbeschrankt. Auf Grund des geringen Zugverkehrs auf dieser Strecke müssen die Züge vor jedem Bahnübergang halten und Sicherungsposten sperren dann die Straße ab.

 

In Schildow haben wir unseren ersten Halt. Etliche Fahrgäste steigen hier noch zu. Bei der Weiterfahrt kreuzen wir die Schönfließer Straße, fahren an Kleingärten vorbei und erreichen nach Querung der Mühlenbecker Straße den ehemaligen Haltepunkt Schildow-Mönchmühle. Seine Bahnsteigkante lässt sich nur noch erahnen. Das Bahnhofsgebäude, welches sich in seinem Baustil von allen anderen Bahnhofsgebäuden auf dieser Teilstrecke unterscheidet, beherbergt heute das Restaurant „Kastanienhof“.

 

Um sich etwas zu stärken oder den Durst zu löschen begeben wir uns in die Mitte des Zuges. Hier läuft ein rot lackierter Wagen mit. Erhältlich sind hier neben Getränken, heißen Würstchen auch Süßigkeiten sowie ein kleiner Teil unseres Souvenirangebotes. Das Team in unserem Buffetwagen begrüßt Sie dazu herzlich.

 

Am Ortsausgang liegt rechts neben der Strecke das Freibad Kiessee, unmittelbar danach unterquert unser Zug den Berliner Außenring der Bahn. Rechts oben auf dem Bahndamm ist der S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle zu erkennen. Hinter dem Bahndamm erstreckt sich ebenfalls auf der rechten Seite das alte Fabrikgelände der Firma Collonil; bekannt durch seine Schuh- und Lederpflegeprodukte.

 

Schon erreichen wir die Gemeinde Mühlenbeck. Das Bahnhofsgebäude liegt diesmal auf der linken Seite. Das Ensemble besteht aus renoviertem Empfangsgebäude und langsam verfallendem Güterschuppen. Dieser zeugt von einem regen Güterumschlag vergangener Tage. Im Empfangsgebäude konnte sich eine Gaststätte erfolgreich etablieren.

 

Hinter der Ortschaft Mühlenbeck verläuft die Strecke durch Felder und Wiesen, bis wir den nördlichen Berliner Ring der Autobahn A 10 unterqueren. Unser Blick fällt auf die Windkraftanlagen zwischen den Orten Schönerlinde und Schönwalde. Im Hintergrund erheben sich die Anlagen des Abwasserwerks Schönerlinde. Mit Erreichen des Waldgebietes verlassen wir den Landkreis Oberhavel und erreichen jetzt den Landkreis Barnim. Kurz vor dem Wald befindet sich auf der Wiese ein umzäunter Bereich; hier treffen sich bei schönem Wetter Modellflieger und lassen ihre Flugzeuge und Hubschrauber kreisen.

 

Langsam nähert sich der Zug dem Bahnhof Schönwalde. Das Bahnhofsgebäude liegt ebenfalls auf der linken Seite. Heute befindet sich dort die Gaststätte „Zur Heidekrautbahn“. Unweit des Ortes am Mühlenbecker See liegt das Schloss Dammsmühle. Derzeit wird geplant, das Anwesen mit seiner wechselvollen Geschichte in ein Tagungshotel umzubauen.

 

Nach wenigen hundert Metern Fahrt und einer ausgestreckten Linkskurve erreichen wir die Betriebsstelle Abzweig Schönwalde (Asw). Hier treffen wir auf die Strecke, die über Schönerlinde nach Berlin Karow führt. Die Personenzüge bzw. Triebwagen fahren seit 1976 von Karow über diese Strecke.

 

Die Abriegelung von West-Berlin machte es seiner Zeit nötig, Basdorf über Berlin Karow anzubinden. Dadurch entstand die Abzweigstelle Schönwalde.

Mit unserem Museumszug muss nun erst die Vorbeifahrt der Regionalbahn nach Karow abgewartet werden. Erreicht die Regionalbahn den Haltepunkt Schönerlinde, so kann der Fahrdienstleiter in Basdorf mithilfe der Sicherungstechnik einen in einem Schaltkasten verwahrten Weichenschlüssel freigeben. Mit diesem Schlüssel wird dann die Schutzweiche entriegelt und nach derem Umstellen, der Schlüssel für die Einfahrweiche freigegeben. Nach dem Umstellen der Einfahrweiche kann unser Zug in das Streckengleis nach Basdorf einfahren. Danach werden beide Weichen wieder zurückgestellt und verschlossen. Mit dem Einschließen des Schlüssels im Schaltkasten erhält der Fahrdienstleiter die Information, dass sich die Weichen wieder in der Ausgangsstellung befinden.

 

Anschließend kann sich der Zug wieder in Bewegung setzen und seine Fahrt Richtung Basdorf fortsetzen. In schneller Fahrt durchqueren wir das Waldgebiet der Basdorfer Heide. Nach dem Passieren des Einfahrsignals des Bahnhof Basdorf erblicken wir nach kurzer Zeit auf der linken Seite die Betriebsanlagen des Betriebswerkes (Bw) Basdorf. In einem Teil des Bw befinden sich die Werkstätten und Fahrzeughallen der Berliner Eisenbahnfreunde.

 

Der Zug hält jetzt am Bahnsteig und setzt seine Fahrt auf einem der beiden Streckenäste nach Schmachtenhagen bzw. Groß Schönebeck fort oder rangiert auf das Betriebsgelände.

Dort können dann die Fahrgäste aussteigen und das Vereinsgelände besichtigen.

 

Im Bw Basdorf wurden bis 1990 von der Deutschen Reichsbahn Lokomotiven und Wagen unterhalten. Bis in die 70er Jahre waren hier Dampflokomotiven der Baureihen 64 und 91 stationiert. Ihnen folgten unter anderem Dieselloks der Baureihe 110 und Triebwagen der Baureihe 171. Die Wagenausbesserung erstreckte sich auf Güterwagen.